Insolvenzplan

Insolvenzplan

In einem Insolvenzplan ist neben den rechtlichen Spezifikationen aufzuzeigen, wie das Unternehmen wieder nachhaltig überlebensfähig aufgestellt werden kann und die Planverbindlichkeiten befriedigt werden können. Neben der bilanziellen Sanierung (Bereinigung der Passivseite der Bilanz) durch die Insolvenz ist im Regelfall eine umfangreiche operative Sanierung des Unternehmens durchzuführen.

Neuausrichtung des Unternehmens inklusive Maßnahmenmanagement

Um ein Verständnis für die Entwicklung und Situation des Unternehmens zu gewinnen und für Dritte aufzuzeigen, ist eine Analyse der Unternehmensstruktur und der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens vorzunehmen. Zudem sind Markt und Wettbewerb, in dem das Unternehmen agiert, zu untersuchen und die Ursachen zu identifizieren, die das Unternehmen in die Krise geführt haben. Danach sollte in Anlehnung an IDW S6 ein Leitbild des „sanierten“ Unternehmens entwickelt werden, das die Konturen eines wettbewerbs- und renditefähigen Unternehmens mit Darstellung der operativen Geschäftsfelder, der angestrebten Wettbewerbsposition bzw. -vorteile, der erforderlichen Ressourcen/Fähigkeiten, der langfristigen Zielvorstellungen und Grundstrategien des Unternehmens sowie der Unternehmenskultur enthält. Das Leitbild dient als verlässliche Orientierung für das Handeln der Sanierungsbeteiligten. Um das Unternehmen entsprechend dem definierten Leitbild erfolgreich neu auszurichten, müssen Sanierungsansätze und Maßnahmen zur Beseitigung der Krisenursachen identifiziert werden und es muss aufgezeigt werden, wie die Umsetzung dieser Maßnahmen erfolgen soll. Hierzu sollte ein professionelles Maßnahmenmanagement aufgesetzt werden, in dem die Umsetzung der operativen Restrukturierung und der insolvenzspezifischen Maßnahmen enthalten ist.

Sowohl für ein Verfahren nach § 270a InsO (vorläufige Eigenverwaltung) oder § 270b InsO (Schutzschirmver­fahren) mit anschließender Eigenverwaltung als auch für eine Fortführungslösung in einer Regelinsolvenz dient die integrierte Planrechnung als Basis für die Herleitung der benötigten Vergleichsrechnungen (Liquidation, Asset Deal und Insolvenzplan).

Es ist für den Erfolg eines Insolvenzplanes entscheidend, dass möglichst zeitnah ein Sanierungskonzept vorliegt, welches die betriebswirtschaftlichen Potenziale und Maßnahmen des betroffenen Unternehmens aufzeigt. Hieraus lassen sich mithilfe eines integrierten Planungstools die notwen­digen Szenarien im Rahmen einer Insolvenz ableiten. Im Idealfall wird – auch wenn mit dem ESUG dem Unternehmen Zeit für die operative und strategische Neuausrichtung gegeben werden soll – bereits mit Antragstellung ein vorläufiger Insolvenzplan (Prepackaged-Plan) mit dem Sanierungskonzept eingereicht. Diese Unterlagen werden u. a. verwendet, um den Verfahrensbeteiligten eine erste Vorstellung vom Sanierungsverlauf zu geben und diese von der Fortführung des Unternehmens zu überzeugen. Es gibt eine Vielzahl von Beteiligten:

  • Gesellschafter, Geschäftsführung
  • Gericht, (vorläufiger) Sachwalter
  • Gläubiger, (vorläufiger) Gläubigerausschuss
  • Finanzierer, Factoringgesellschaft, Kreditinstitute
  • Kunden, Lieferanten
  •  Arbeitnehmer
  • Agentur für Arbeit, Pensions-Sicherungs-Verein, Finanzamt, Kommune und Öffentlichkeit
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